Familienunternehmen sind ein Modell für erfolgreiches nachhaltiges Wirtschaften. Für Wirtschaft und Gesellschaft sind sie als Erfolgsfaktor und „Kulturgut“ unverzichtbar.
Sehr eingängig ist das Symbol einer 4 * 400 Meter Staffel für einen gelungenen Generationswechsel, die auf einen großen Sieg zuläuft – selbstverständlich mit perfekten Übergängen zwischen den Läufern_innen im Team.
In der Realität ist diese Perfektion nicht immer zu beobachten. Leider kommt es gelegentlich vor, dass ein Staffelstab auf dem Boden landet. Die Folgen für die betroffenen Personen, Familien und Unternehmen sind oft gravierend.
Die Herausforderungen für Familien mit ihren mittelständischen Unternehmen im Hinblick auf die Nachfolge liegen auf 3 Ebenen, die miteinander verwoben sind:
Familie – Unternehmen – Prozess
Ein gutes Miteinander in der Familie und unterschiedliche Perspektiven und Interessen im Hinblick auf das Unternehmen sind kein Gegensatz. Wenn das Thema Nachfolge auf die Agenda kommt, werden unterschiedliche – auch gegensätzliche – Standpunkte sichtbar. Hier sind Überraschungen durchaus an der Tagesordnung.
Nach meinen Erfahrungen sollte ein erster Schritt darin bestehen, Klarheit über die jeweiligen ggf. unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen zu schaffen und hierüber im Plenum der Familie Transparenz zu schaffen. Kontroversen müssen dann konstruktiv verarbeitet werden.
Was sind die Anforderungen an Nachfolgeregelungen aus der Unternehmensperspektive?
Wie stellen sich die aktuelle Verfassung des Unternehmens und dessen Perspektiven dar? Welche Governance braucht es heute und morgen? Welches Profil sollte der / die Geschäftsführer haben?
Diese und weitere Fragestellungen sind aus der Unternehmensperspektive zu beantworten und natürlich in Einklang zu bringen mit den Vorstellungen der primär betroffenen Personen und der Familie.
Die inhaltliche Verbindung zwischen den Vorstellungen der Familie und den Anforderungen des Unternehmens kann durch die eine Familienverfassung (Inhaberstrategie) geschaffen werden.
Der Prozess der Nachfolge muss sorgfältig gestaltet sein, transparent für und abgestimmt mit allen Beteiligten. Der erste Schritt besteht in der Entscheidung zu Nachfolge
In der Komplexität dieser Vielfalt an Fragestellungen und Entscheidungserfordernisse, die oft zwischen Kopf und Bauch zu verorten sind, ist eine professionelle Moderation als Katalysator sehr hilfreich.
